Stell dir vor, du kommst morgens ins Büro, startest deinen Rechner und nichts funktioniert.
Keine E-Mails, kein Zugriff auf Kundendaten, keine Angebote, keine Rechnungen. Stattdessen erscheint eine Meldung:
„Ihre Daten wurden verschlüsselt. Zahlen Sie, um wieder Zugriff zu erhalten.“
So beginnt heute leider der Alltag vieler Unternehmen, auch in Wien. Und sehr häufig trifft es kleine und mittlere Betriebe, die vorher überzeugt waren: „Uns passiert sowas nicht, wir sind doch zu klein.“
In diesem Beitrag geht es darum, warum genau dieser Gedanke gefährlich ist, welche Risiken KMU in Wien konkret betreffen und was professionelle IT-Sicherheit in der Praxis bedeutet.
„Wir sind doch zu klein für Hacker“ – wirklich?
Frag dich einmal: Welche Daten würdest du sofort vermissen, wenn sie plötzlich weg oder unzugänglich wären?
Kundendaten
Rechnungen und Angebote
Zugangsdaten zu Cloud-Diensten und Portalen
interne Dokumente, Projekte und Verträge
All das ist für Angreifer wertvoll. Nicht, weil sie es auf dein Unternehmen persönlich abgesehen haben, sondern weil deine Daten Geld bedeuten.
Angriffe laufen heute größtenteils automatisiert. Es sitzt kein Mensch vor dem Bildschirm, der gezielt dein Unternehmen sucht. Programme scannen das Internet nach Schwachstellen. Wer eine offene Tür hat, wird angegriffen, ganz unabhängig von der Unternehmensgröße.
Wien bietet zusätzlich eine hohe Dichte an Betrieben, die mit sensiblen Informationen arbeiten. Dazu kommen Agenturen, Kanzleien, Dienstleistungsunternehmen und viele Spezialbetriebe, die zwar digital arbeiten, aber keine echte Sicherheitsabteilung haben.
Die häufigsten Gefahren im Alltag
Überlege, wie dein Arbeitstag aussieht: E-Mails, Logins, Anhänge, Cloud-Tools, Homeoffice. Genau dort setzen Angriffe an.
Vielleicht hast du schon einmal eine E-Mail bekommen, die echt wirkte, aber im Nachhinein Zweifel aufkommen ließ. Nachrichten von angeblichen Banken, Microsoft oder Paketdiensten sehen heute täuschend real aus. Ein Klick oder ein eingegebenes Passwort reicht aus, damit Angreifer Zugriff auf dein Postfach oder Cloud-Konto bekommen. Von dort arbeiten sie sich oft weiter vor, ohne sofort aufzufallen.
Oder stell dir klassische Ransomware vor. Ein Mitarbeiter öffnet eine vermeintliche Rechnung. Im Hintergrund startet ein Prozess, der PCs, Server und Backups verschlüsselt. Am nächsten Tag ist der gesamte Betrieb blockiert. Viele Wiener Unternehmen erleben genau das.
Vielleicht arbeitet dein Team auch regelmäßig im Homeoffice. Dann stellt sich die Frage: Wer greift auf Firmendaten zu, über welche Geräte und wie sicher sind die WLAN-Verbindungen zu Hause? Werden private Notebooks verwendet? Gibt es Freigabelinks, die jeder öffnen kann, der den Link hat?
Wenn du bei mehreren dieser Punkte ein „Gute Frage, eigentlich keine Ahnung“ im Kopf hattest, bist du nicht allein. Angreifer freuen sich aber genau über diese Lücken.
Was passieren kann, wenn es schiefgeht
Ein realistisches Beispiel:
Ein Angreifer übernimmt ein Office- oder E-Mail-Konto. Er liest mit, verschickt Nachrichten in deinem Namen und fordert Kundinnen und Kunden auf, Zahlungen auf ein anderes Konto umzuleiten. Gleichzeitig wird Schadsoftware verteilt, die Systeme verschlüsselt oder Daten löscht.
Damit verlierst du nicht nur Dateien, sondern auch Tage oder Wochen produktiver Arbeitszeit.
Es entstehen Kosten für IT-Forensik, Wiederherstellung, Neuaufsetzung der Systeme und mögliche Schadensersatzforderungen.
Sobald personenbezogene Daten betroffen sind, wirst du mit Meldepflichten und möglichen DSGVO-Strafen konfrontiert. Dazu kommt der Vertrauensverlust. In einer Stadt wie Wien spricht sich ein IT-Vorfall schnell herum.
Warum ein allgemeiner IT-Betreuer keine IT-Sicherheit ersetzt
Vielleicht hast du jemanden im Team, der technisch versiert ist. Oder einen IT-Dienstleister, der sich um Hardware, Netzwerk und E-Mail kümmert.
Das ist gut, aber es ist nicht dasselbe wie echte IT-Sicherheit.
Der Unterschied lässt sich gut mit einem Auto vergleichen. Ein Mechaniker sorgt dafür, dass dein Auto fährt. Wenn du allerdings ein Auto für ein Rennen brauchst, holst du jemanden dazu, der sich damit auskennt, was bei Belastung, Geschwindigkeit und Risiko passiert.
Auf dein Unternehmen übertragen bedeutet das:
Ein IT-Betreuer sorgt für den laufenden Betrieb.
Ein Security-Spezialist sorgt dafür, dass dieser Betrieb geschützt bleibt, egal was passiert.
Das eine hält den Alltag am Laufen.
Das andere verhindert Katastrophen.
Ein kurzer Blick nach vorn
Digitale Abhängigkeit steigt. Angriffe werden raffinierter. Schäden werden teurer.
Für KMU in Wien bedeutet das: IT-Sicherheit ist kein “Extra“, sondern normales Risikomanagement. Vergleichbar mit einer Versicherung oder einem Brandschutzkonzept.
Wer frühzeitig handelt, schützt nicht nur Daten, sondern auch Produktivität, Reputation und Stabilität des gesamten Betriebs.

FAQ
Sind KMU wirklich ein häufiges Ziel?
Ja. Automatisierte Angriffe treffen jeden, der angreifbar ist. Größe spielt keine Rolle.
Reicht Antivirus-Software aus?
Nein. Antivirus ist nur ein Baustein. Ohne Updates, Backups und sichere Zugriffsprozesse bleibt ein Unternehmen verwundbar.
Wie wichtig ist sicheres Homeoffice?
Sehr wichtig. Viele Angriffe starten heute außerhalb des Büros über private Geräte oder unsichere WLANs.
Brauche ich einen Security-Spezialisten?
Nicht zwingend intern, aber jemand muss sich wirklich mit Sicherheit auskennen. IT-Betrieb und IT-Sicherheit sind zwei verschiedene Aufgaben.
Wann sollte man handeln?
Bevor etwas passiert. Nach einem Vorfall bleibt oft nur Schadensbegrenzung.
